VERKAUFE: Roland GP 8 Prozessor

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Als ich Mitte der 80er Jahre davon hörte, dass es nun einen neuen 19″-Multieffekt für die Gitarre geben würde, der bis zu acht (!) famose und beliebte Boss-Effekte (in Stereo) gleichzeitig generieren könnte, mit Fernsteuerung von Parametern und Programmwechseln über MIDI ausgestattet sei und dazu noch zwei unabhängige externe Schaltvorgänge (z.B. Kanäle von Verstärkern) umschalten würde, war es um mich geschehen. Ich musste das Roland GP-8 haben, obwohl es mir damals mein komplettes Ersparten abverlangte. Der Neupreis lag bei rund 2000,- D-Mark!

Der Name GP-8 steht für Guitar Processor, die Zahl „8“ signalisiert die Anzahl der maximal gleichzeitig verwendbaren Effekte.

Gegen Ende meiner Teeniezeit spielte ich in einer Band namens „Wolkowsky“, die damals regional einen hohen Bekanntheitsgrad genoss. Um die relativ große Soundvielfalt, der auf dem Tonträger zum Einsatz kommenden Klängen auch live auf der Bühne zu reproduzieren, war es geradezu dringend erforderlich, solch ein Gerät zu besitzen, da es alle klanglichen Bedürfnisse zu erfüllen schien und darüber hinaus in der Lage war, quasi unbegrenzt wirkungsvolle Sounds für den Einsatz im Studio zu programmieren, um diese dann bei Bedarf schnell anbieten zu können.

Facts & Features des Roland GP-8

Das Gerät bringt das erstaunliche Gewicht von 4 kg auf die Waage und ist verhältnismäßig tief (48,2 x  28,2  x 44 cm), also benötigte man auch ein entsprechend tiefes 19″ Rack, das ich mir damals extra anfertigen ließ.

Die komplette Elektronik wurden in nur eine 19″ Höheneinheit gepackt. Auf dem Frontpanel finden wir folgende Bedienungselemente:

Links außen befindet sich die 6,3 mm Eingangsbuchse für unsere Gitarre. Daneben die Gruppenanzeige A/B, das Display mit zwei großen, angenehm grün leuchtenden Ziffern zur Presetanzeige, gefolgt von dem orangefarbenen Display und 16 Tasten für das Editieren und Managen der 128 Programme. Die Anzahl dieser Programme generiert sich aus zwei Gruppen mit jeweils acht Bänken multipliziert mit weiteren acht Nummern. Hier finden wir übrigens keine Ziffer 0 bzw. 9. Rechts außen finden wir das damals revolutionäre „Alpha Dial“ zur Veränderung des Wertes unserer aktuell gewählten Parameters. Sinnvollerweise sehen wir neben unserem orangefarbenen Display, welches 16 Stellen bereitstellt, die Auflistung und Position (in der Effektkette) unserer acht Effektabteilungen, was die Programmierung am Anfang enorm erleichtert. Es brauchte etwas Zeit, um diese auswendig zu lernen.

Die kompletten 128 Presets können natürlich editiert, gespeichert, an einen anderen Programmplatz kopiert und umbenannt werden.

Nur ein kleiner Wermutstropfen bleibt: Leider bietet das Roland GP-8 keinen Halleffekt und auch ein Tremolo suchen wir vergeblich. Dieser war in den 80ern sowieso total out. Einen programmierbaren Halleffekt hätte ich mir persönlich sehr gewünscht.

Die Anschlüsse auf der Rückseite des Roland GP-8

Auch die Rückseite des GP-8 ist bestmöglich ausgestattet. Die Fernsteuerung des Gerätes kann wahlweise per MIDI oder mithilfe des optional erhältlichen FC-100 Fußboards erfolgen. Die entsprechende Einstellung wird mit dem Schieberegler neben der FC-100 Eingangsbuchse vorgenommen. Die volle MIDI-Bedienung ist auch an Bord:

MIDI-IN, THRU und nicht zuletzt MIDI-OUT, mit dessen Hilfe ich damals die Preset-Umschaltung meines Rocktron Intellifex (Blackface) und später das kürzlich in der Amazona Rubrik „Zeitmaschine“ von meinem werten Kollegen Stephan Güte besprochenem Marshall JMP-1. Nun folgen die zwei äußerst interessanten „EXT CONTROL OUT“ Buchsen, welche es gestatteten, jeweils unabhängig einen Schaltvorgang wie z.B. die Kanalumschaltung eines Verstärkers vorzunehmen. Das Roland GP-8 war der erste Gitarren-Multieffektprozessor, der dies bewerkstelligen konnte und allein deswegen schon begehrenswert. Eine Zeit lang nutzte ich mein GP-8 sogar ausschließlich zur Umschaltung des Verstärkers und zur Weitergabe der MIDI-Befehle, ohne die ihm eigenen Effekte zu nutzen. Alle Presets können per MIDI-Dump zur Sicherung mit einem Sequencer-Programm aufgenommen werden.

Zu allem Luxus wurde das GP-8 auch noch mit einem Effektweg und den dazugehörigen Buchsen SEND und RETURN ausgestattet. Dieser ist jedoch nicht schaltbar, sondern eher vergleichbar mit dem Einschleifweg eines Verstärkers.

Die Effekte und Parameter des Roland GP-8

Die Liste unserer Parameter ist lang, aber dennoch gut strukturiert und logisch aufgebaut. Die Parameter der einzelnen Effekte sind denen der einzelnen Effektpedale von Boss/Roland sehr ähnlich. Wir finden bei genauem Hinsehen jedoch noch einige weitere Parameter, die die eine oder andere „Stompbox“ nicht anbot.

Folgende acht Effekte stehen dem Roland GP-8 zur Verfügung und sind beliebig editierbar, kopierbar und speicherbar. Die Reihenfolge der Effekte lässt sich nicht verändern, dies wäre auch überflüssig, da die Signalführung bereits optimal ist. Schauen wir uns nun die Effekte mit den jeweils korrespondierenden Parametern an:

  • 01. Dynamic Filter: Sens, Cutoff Freq, Q, Up/Down
  • 02. Kompressor: Attack, Sustain
  • 03. Overdrive: Drive, Tone, Turbo an/aus
  • 04. Distortion: Distortion, Tone
  • 05. Phaser: Rate, Depth und Resonance
  • 06. Equiliser: Bass, Mitten, Höhen, Output-Level
  • 07. Delay: Feedback, Effekt-Level, Time
  • 08. Chorus: Rate, Depth, Predelay,  Level, (Feedback für Flangereffekte).

Auch die Ausgangslautstärke (Mastervolume), jeweils ein Parameter für das Expressionpedal (EV-5) sowie die Einstellungen für die beiden External Controls 1 bzw. 2 Hardwareswitches sind (unabhängig für jedes Preset) speicherbar.

Aber jetzt: genug geschwärmt. Ich biete dieses Luxusteil aus den 1980er Jahren gebraucht an!

https://www.ebay.de/itm/GP-8-Roland-19-Mulifunktions-Effektgerat-gebraucht-aber-wie-neu/133605459461

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